sie zeigen uns Wien, nein: sie zeigen mehr als Wien, sie zeigen die Wiener Wirklichkeit als Teil der Wirklichkeit in Europa, als Teil der Wirklichkeit einer Welt, in der, wie die Herausgeberin Lisa Grösel anstelle eines Vorwortes schreibt, die Güter eben nicht auf alle Menschen, die diese Welt bewohnen, verteilt sind. Bei weitem nicht.
Man kann diese Gedichte lesen, und, wie bei vielen Gedichten, ist es nicht schlecht, die eine oder andere Passage laut zu lesen, sich Wort und Rhytmus auf der Zunge zergehen zu lassen, und, was diese Gedichte betrifft, ist es auch möglich, sie zu hören, den DichterInnen zuzuhören, die ihre Gedichte musizierend interpretieren.
Und, ja, sicherlich geht es auch darum, dass, ja, der Dichter Babatolas Aloba bringt es auf den Punkt, auf einen Punkt: "we need not be taught to sing", heisst es da, also, Musik und Poesie treten als Kommunikationsmöglichkeit auf, die allen Menschen zugänglich sein möchte.
Ilse Kilic