SAMUEL MAGO UND MÁGÓ MÁROLY: glücksmacher - e baxt romani
13 kurzgeschichten aus der welt der roma, zweisprachig: deutsch/romanes
edition exil, wien 2017, 208 seiten, € 14,-

„der kurzgeschichtenband der brüder samuel mago (21, aus wien) und mágó karoly, (36, aus budapest) sind doppelter gewinn: für das bessere verständnis der roma - und für die literatur!“ (peter pisa in kurier, 13.12.2017)

wie man satt wird, der freibrief, der uhrmacher oder hagel im oktober – sind nur einige der titel des zweisprachigen debütbandes der beiden jungen autoren. in eindringlichen bildern voll magischem realismus, die im gegensatz stehen zur harten realität des volkes der roma in geschichte und gegenwart, verdichten die beiden autoren das schicksal und die denk- und lebenswelten ihrer protagonisten, die, wie sie, dem volk der roma angehören.

samuel mago
geboren 1996 in budapest, lebt seit 2000 in wien. er ist schriftsteller, künstler und roma-aktivist und stammt aus einer roma-familie mit mütterlicherseits jüdischen wurzeln. samuel mago studiert derzeit transkulturelle kommunikation an der uni wien, ist chefredakteur der zeitung des vereins romano centro, arbeitet als antiziganismustrainer und für orf-radio-produktionen. 2014 sieger des redewettbewerbs sag’s multi mit einer rede über roma, antiziganismus und toleranz. 2015 exil-jugend-literaturpreis. 2016 roma-literaturpreis des pen-clubs. „glücksmacher – e baxt romani“ ist sein erstes buch.

LJUBA ARNAUTOVIĆ: im verborgenen
roman. picus, wien 2018, 192 seiten, 22,- euro.

genofeva arbeitet in der kanzlei des oberkirchenrats in wien. es ist das jahr 1944. niemand ahnt, dass sie in ihrer wohnung über monate hinweg menschen versteckt. ljuba arnautović erzählt in ihrem debüt von einer frau, deren stilles heldentum unerkannt bleibt, deren beharrlicher einsatz für das richtige aber letztlich früchte trägt. 1954 in kursk (udssr) geboren, lebt sie nach wechselnden aufenthalten in wien, münchen und moskau seit 1987 in wien.

„es ist ein beeindruckendes spätes romandebüt, das die gebürtige kurskerin ljuba arnautović (jahrgang 1954) nun vorlegt. sie schafft das kunststück, eine anrührende familiengeschichte völlig unsentimental zu erzählen. man leidet mit genofeva mit, wenn sie inhaftiert und gefoltert wird, ihre heimat verliert, nagende ungewissheit über den verbleib ihrer kinder verspürt (die sie in gutem glauben in die scheinbar sichere sowjetunion geschickt hat), bei jedem verräterischen geräusch im versteck zusammenzuckt - und doch die ganze zeit die starke frau spielt, die sie vielleicht auch tatsächlich ist. arnautović malt ein anschauliches bild vor allem von der ns-zeit und den zuständen in der udssr. in gewisser weise ist es auch eine abrechnung der autorin mit der alten heimat. und ein stück aufarbeitung der historie ihrer neuen heimat mit einer geschichte, die sich in teilen wohl tausendfach abgespielt haben mag.“ (mathias ziegler in wiener zeitung, 10.3.2018)

ljuba arnautović
geboren 1954 in kursk, udssr, lebt seit 1960 in wien, münchen, moskau und seit 1987 konstant in wien. studium der sozialpädagogik (kunsttherapie). sie ist übersetzerin, journalistin, autorin für audiodeskription (hörfilm), hat für das döw gearbeitet und für den orf. zahlreiche features, reportagen und essays für ö1 radio; 2013 erhielt sie den 3., 2014 den hauptpreis der exil-literaturpreise. zahlreiche veröffentlichungen in anthologien. im april 2018 erschien ihr erster roman „im vergorgenen“ im picus-verlag.